Manche Dinge lassen einen einfach nicht los. Für Volker Damann aus Lichtenau zählt der VW Iltis zu diesen emotionalen Erinnerungen. Das Auto seiner Jugendzeit gibt es zwar nicht mehr, doch Damann erwarb einen adäquaten Ersatz, den er in Eigenregie restaurierte und dem ersten Geländewagen nachempfand. 20 Jahre später soll sein Iltis nun in neuem Glanz erstrahlen.

 
Als Damanns Vater 1980 mit einem zivilen VW Iltis in Marsrot mit weißem Verdeck nach Hause kam, war es Liebe auf den ersten Blick. Der rote Baron, so der Spitzname des Geländewagens, wurde zum beliebten Gefährt der beiden Söhne, wurde 1984 jedoch verkauft, da er zu reparaturanfällig war. Volker Damann ließ die Leidenschaft für den außergewöhnlichen Geländewagen allerdings nicht mehr los.

Der VW Iltis wurde ursprünglich als Geländewagen für den Bundeswehr-Fuhrpark konzipiert. Zwischen 1978 und 1988 gingen 9.416 VW Iltis (Typ 183) der bei VW-Tochter Audi in Ingolstadt vom Band, eine zivile Variante mit veränderter Ausstattung kam ebenfalls auf den Markt.
 
Offroad stellt die Rarität ihre Fähigkeiten besonders eindrucksvoll unter Beweis. Der VW Iltis nimmt nicht nur steile Steigungen problemlos – und das sogar bei Schnee und Glatteis –, er durchquert auch mühelos Furten bis zu einem gewissen Wasserstand. Kein Wunder, dass sein damals neuartiger Allrad-Antrieb die Audi Quattro-Serie inspirierte. Der Nachteil: Das Auto kippt vergleichsweise leicht, was insbesondere für unerfahrene Fahrer zum Risiko werden kann.
 
Wer fährt heute noch Iltis?
 
Nur wenige der ausgemusterten Militärfahrzeuge wurden in Privatbesitz verkauft und fahren heute noch. Es gibt aber eine Fanbase, die sich deutschlandweit in der Interessengemeinschaft „IG 6014“ organisiert. „Wir sind der unmilitärischste Militärfahrzeugclub überhaupt. Eine große Familie die sich jährlich zu Orientierungsfahren und zum ´grünen Camping´ trifft. Hierbei stehen gegenseitige Hilfe, Benzingespräche und der Spaß im Vordergrund“, erzählt Volker Damann.

Auch er selbst ist über Umwege wieder auf den VW Iltis gekommen. Als er eines Tages das ihm bestens vertraute, charakteristische Röhren eines Auspuffs hörte, wurden die Erinnerungen an seine Jugendzeit wieder lebendig.
 
Er begab sich auf die Suche nach seinem ganz eigenen roten Baron und wurde in einem Hannoveraner Vorort schließlich fündig: Ein gut erhaltener VW Iltis mit wassergekühltem Vierzylinder-Ottomotor mit 1,7 Liter Hubraum und 55 kW/75 PS.

In Erinnerung an seine Jugend lackierte Damann das ehemalige Militärfahrzeug in RAL 3020, auch als „Verkehrsrot“ bekannt. Nun, knapp 20 Jahre später, erfüllt er sich seinen großen Traum: Eine professionelle Aufbereitung. In der sinus Automobile aus Westerkappeln hat er den passenden Partner gefunden.
 
Wer zerlegt den Kult-Wagen in seine Einzelteile?

Als Kfz-Meisterwerkstatt & Lackiererei besitzt das Unternehmen eine langjährige Expertise in den Bereichen Fahrzeug-Reparaturen, Kfz-Lackierungen und Fahrzeugaufbereitungen.

Mit modernstem Equipment und einem erfahrenen, hochqualifizierten Team meistert sinus Automobile auch außergewöhnliche Herausforderungen – wie die Komplettaufbereitung älterer Fahrzeuge. Die Spezialisten nehmen den Wagen nun vollständig auseinander, bereiten die Einzelteile in sorgfältiger Kleinstarbeit auf und lackieren den jung gebliebenen Oldtimer komplett neu.

Natürlich in Damanns Wunschfarbe: RAL 3020.
 
 
 

 
 
 
 
Welche technischen Besonderheiten zeichnen den Iltis aus?
 
Für Laien vielleicht zu speziell, doch Kenner schnalzen mit der Zunge. Das alles hat der Iltis: Hinterradantrieb, zuschaltbarer Vorderradantrieb, manuell einstellbare Differentialsperre, synchronisierte Vorwärtsgänge, eine kurze Übersetzung im Geländegang (nicht synchronisiert). Dazu Einzelradaufhängungen mit Querblattfedern, (die für ein charakteristisches Geräusch beim Einfedern sorgen), Zahnstangenlenkung vorne, Spurstangen hinten, die an die Rahmenquertraverse angelagert sind.

Sina-Christin Wilk

Als freie Journalistin und Texterin ist Sina-Christin Wilk stets auf der Suche nach interessanten Stories und spannenden Einblicken. Ihre zentrale Fragestellung dabei ist immer: Was treibt Menschen an, was bewegt sie? Seit 2016 bereitet sie entsprechend Themen für „Osnabrücker Wissen“ auf. Außerdem schreibt sie u.a. für die "Neue Osnabrücker Zeitung" und "Kultura Extra".