Am 150. Geburtstag endet unsere virtuelle Ausstellung mit Werken des bekannten Osnabrücker Malers Franz Hecker. Zum Abschluss werfen wir einen Blick auf das Heger Tor, das in ganz ungewohnter Perspektive erscheint.

 
Das Heger Tor ist fraglos eines der bemerkenswertesten Bauwerke der Osnabrücker Altstadt. Das letzte noch vorhandene der ursprünglich sieben Stadttore wurde 1817 zu Ehren der Osnabrücker Teilnehmer an der Schlacht bei Waterloo zu einem Denkmal umfunktioniert. Heute begrüßt es insbesondere die Gäste aus dem Tecklenburger Land und lädt symbolisch zum Besuch der Altstadt ein.

Bemerkenswert an diesem Gemälde ist die ungewöhnliche Perspektive des bekannten Motives. Bei den üblichen Darstellungen des touristisch beliebten Bauwerks wird in der Regel die eindrucksvolle monumentale Frontseite gezeigt. Stattdessen werden in Heckers Fassung die natürlichen Einflüsse hervorgehoben, die bei der alltäglichen Betrachtung des Denkmales eher in den Hintergrund treten.
 

Heger Tor (Winter auf dem Heger Tor), 1940, Öl auf Leinwand

Durch den durchaus dominanten Baum sowie durch den Schnee ist das Tor für auswärtige Personen, aus dieser Perspektive, kaum zu identifizieren. Anstelle eines majestätischen Eindrucks erzeugt Hecker eine alltägliche Szene, die durch die beiden traditionell gekleideten Frauen der Zeit entrückt scheint.

Die Ruhe und Stille, die das Gemälde vermittelt, entsprach 1940 – zu seiner Entstehungszeit – nicht der Realität. Stadt und Bevölkerung befanden sich mitten im Zweiten Weltkrieg. Heute ist die Plattform auf dem Heger Tor ein beliebter Treff- und Aussichtspunkt; ein Ort, der neben seiner Geschichtlichkeit auch für gemeinsame Ausgelassenheit steht. | Timo Remme

Franz Hecker - Jubiläumsausstellung

2020 erinnerte das Museumsquartier Osnabrück mit einer Ausstellung an den 150. Geburtstag des bekannten Osnabrücker Malers Franz Hecker. Coronabedingt konnte die Werkschau nur verkürzt und unter Einschränkungen gezeigt werden. Die Bildbeschreibungen unserer Serie basieren auf den Texten des Ausstellungskatalogs, die AutorInnen finden sich jeweils am Ende des Beitrags.