Sie sehen Füchsen ähnlich, gehören zur Gattung der Hundeartigen und fallen vor allem durch ihre riesigen Ohren auf:Löffelhunde. Die fuchsgroßen Tiere mit braungrauem Fell leben in Gebieten im südlichen und östlichen Afrika. Im Gegensatz zu anderen Hundeartigen besteht ihre Hauptnahrungsquelle aus Insekten. Insbesondere Termiten haben es den Löffelhunden angetan.

 
Die namensgebenden Ohren der 3 bis 5,3 Kilogramm schweren Löffelhunde sind etwa 13 Zentimeter lang und dienen nicht nur der Wahrnehmung von Feinden. Löffelhunde ernähren sich hauptsächlich von Termiten, die über 80 Prozent ihrer Nahrung ausmachen. Zur Nahrungssuche graben die Tiere an Termitenbauten und lauschen dabei mit ihren großen Ohren nach dem Krabbeln der Insekten. So wissen sie genau, an welcher Stelle sie suchen müssen.

Die Ohren sind aber nicht ihre einzige Besonderheit. Im Vergleich zu anderen Hundeartigen haben Löffelhunde vier bis acht Zähne mehr. Die kleinen spitzen Zähne eignen sich besonders gut zum Verspeisen von Insekten. Daneben fressen die Tiere aber auch Obst, Gemüse und kleinere Wirbeltiere.
 
Sind Löffelhunde bedroht?
 
Löffelhunde sind nicht gefährdet. Die vergleichsweise kleinen Tiere haben jedoch viele verschiedene Fressfeinde wie etwa Löwen, Wildhunde oder Hyänen. Auch Menschen können ihnen gefährlich werden. Dabei wird den Löffelhunden häufig ihre Ähnlichkeit zu anderen Tieren, wie zum Beispiel Wildhunden zum Verhängnis. Bauern jagen sie dann zum Schutz ihrer Nutztiere.

Eigentlich sollten sie ihnen jedoch dankbar sein, schließlich ernähren sich Löffelhunde hauptsächlich von Termiten, die den Bauern ganze Felder zerstören können. In manchen Gegenden werden Löffelhunde aber auch wegen ihres Fells oder des Fleisches gejagt, das bei Einheimischen als Delikatesse gilt.
 

Gibt es Löffelhunde nur in Afrika?
 
Löffelhunde sind immer dort zu finden, wo es Termiten gibt. Sie kommen in zwei Verbreitungsgebieten im südwestlichen und im östlichen Afrika vor, wo sie in savannenartigen Gebieten leben. Paare bleiben meist ein Leben lang in Familiengruppen von bis zu zwölf Tieren zusammen. Die Rudel leben in Erdhöhlen, die sie entweder selbst ausheben oder von „Vormietern“ wie Erdferkeln übernehmen.

Auch im Zoo Osnabrück können Besucher Löffelhunde beobachten. Hier lebt im „Tal der grauen Riesen“ ein zehnjähriges Geschwisterpaar, das 2010 aus dem Zoo Prag nach Osnabrück gekommen ist. Anders als bei ihren Artgenossen in der Wildnis, suchen sie im Zoo aber nicht mit ihren großen Ohren in Termitenbauten nach Nahrung. Anstatt dessen stehen hauptsächlich getrocknete Insekten, Hackfleisch, Obst und Gemüse auf dem Speiseplan.

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Jan Banze schrieb diesen Artikel im Rahmen der Kooperation zwischen "Osnabrücker Wissen" und dem Zoo Osnabrück.