Irgendwie sieht diese Schildkröte merkwürdig aus – die Chinesische Weichschildkröte hat anstatt des für Schildkrötentypischen starren Panzers einen glänzenden, weichen Rückenschild und ihre Nasenspitze ist zu einem kleinen Schnorchel ausgebildet. Im Zoo Osnabrück lebt sie im Tetra-Aquarium gemeinsam mit Schützenfischen.

 
Die Chinesische Weichschildkröte stammt ursprünglich aus Japan, China, Korea und Vietnam. Dort verbringt sie den Großteil ihres Lebens im Wasser und verlässt dies nur zum Sonnen und zur Eiablage. Sie lebt in Seen, Teichen, Überschwemmungsgebieten und langsam fließenden Gewässern. Mit einer Länge von rund 15 bis 25 Zentimetern werden die Weibchen deutlich größer als ihre nur etwa 15 Zentimeter großen männlichen Artgenossen.
 

Warum hat die Weichschildkröte einen Schnorchel?
 
Um sich in den Uferregionen vor Fressfeinden zu schützen, gräbt sich die Weichschildkröte im Schlamm ein. Um dort lange verharren zu können und dennoch Luft zu bekommen, lässt sie nur noch den Rüssel herausschauen. Zwischen ihren Zehen hat sie außerdem Häute, die sie zu einer extrem guten Schwimmerin machen.
 
Gibt es die Weichschildkröte nur in Asien?
 
Insgesamt gibt es etwa 32 unterschiedliche Arten der Weichschildkröte. Diese kommen nicht nur in den Binnengewässern Süd- und Ostasien vor, sondern auch in Afrika und Nordamerika. Laut der Weltnaturschutzorganisation IUCN gelten einige Arten der Weichschildkröte als gefährdet: Ihr natürlicher Lebensraum wird zerstört und sie werden teilweise stark bejagt. In China und Taiwan gelten die Tiere als Delikatesse und werden für die traditionelle Chinesische Medizin genutzt.
 
Friedliche Faulenzer oder „Krawall-Kröten“?
 
Weichschildkröten sind reine Einzelgänger und mitunter sehr bissig: Durch ihren langen Hals können die Reptilien sogar rückwärts über ihren Panzer schnappen. Darum lebt die Weichschildkröte im Osnabrücker Zoo auch nicht mit Artgenossen zusammen: In ihrem Territorium dulden sie zwar andere Schildkrötenarten, Weichschildkröten gegenüber verhalten sie sich hingegen mitunter extrem aggressiv.

Svenja Vortmann

Svenja Vortmann studierte Journalistik an der Hochschule Bremen. Seit 2017 arbeitet sie im Zoo Osnabrück in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie schreibt zum Beispiel tierische Texte für „Osnabrücker Wissen“, aber auch Pressemitteilungen, Instagram, Facebook und vieles mehr gehören zu ihrem Aufgabengebiet.