Die Sammlung der „Kinder- und Haus-Märchen“ machte ihn und seinen jüngeren Bruder Wilhelm berühmt, durch das „Deutsche Wörterbuch“ wurden sie zu Begründern  der germanistischen Altertums-, Sprach- und Literaturwissenschaft. Doch Jacob Grimm (1785-1863) hinterließ auch in der Rechtswissenschaft tiefe Spuren.

 
Nach seiner grundlegenden Schrift über „Deutsche Rechtsalterthümer“ (1828) begann Jacob Grimm historische Quellen zu sammeln, die er ab 1840 unter dem Titel „Weisthümer“ in mehreren Bänden veröffentlichte. Der dritte enthält einen kurzen, im Dialekt verfassten Abschnitt über die sogenannten Hausgenossen in Belm. Gemeint waren Landarbeiter, die für die Fürstbischöfe von Osnabrück tätig waren und die St. Dionysios-Kirche durch eine eigene Tür betreten konnten. Auch innerhalb des Gotteshauses hatten sie eigene Bezirke zum Sitzen oder Beten.

Die zugemauerte Tür der St. Dionysios-Kirche

Als die Landarbeiter eigenen Grundbesitz erwerben durften, erübrigten sich solche Privilegien. Die Tür wurde kurzerhand zugemauert.

Neben Jacob Grimm, in dessen Sammlung Rechte und Pflichten der Hausgenossen beschrieben werden, beschäftigte sich übrigens auch Justus Möser mit der Rolle der Hausgenossen in unserer Region. Der vor 300 Jahren geborene Jurist widmete ihnen u.a. ein Kapitel in der 1768 erschienenen Abhandlung „Osnabrückische Geschichte“.

Redaktion

Spannende Themen aus der Region und für die Region - recherchiert, analysiert und kurzweilig aufbereitet. Seit 2012 ein Markenzeichen von „Osnabrücker Wissen“.