Schon der erste Lockdown hat tiefe Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Auch in der Stadt und im Landkreis Osnabrück. Erste Auswertungen zeigen aber, dass mit Hilfe der Kurzarbeit sehr viele Arbeitsplätze gerettet werden konnten – und wohl auch in Zukunft gerettet werden müssen.

 
Die Agentur für Arbeit hat Daten für den April 2020 vorgelegt, in dem das größte Volumen an Anzeigen für Kurzarbeit registriert wurde. Demnach nahmen 3.946 Betriebe aus Stadt und Landkreis Osnabrück die Möglichkeit zur Kurzarbeit wahr – betroffen waren 40.928 Mitarbeitende (Stadt: 20.672 / Landkreis: 20.256).

„Die Corona-Pandemie hat im April etwa 2.000 Menschen in der Region kurzfristig den Arbeitsplatz gekostet, gut 40.000 weitere sind in Kurzarbeit gegangen“, bilanziert Christiane Fern, Leiterin der Osnabrücker Arbeitsagentur. „Das zeigt auch, was hätte passieren können, wenn es dieses Instrument nicht gäbe. Ganz klar: Die Kurzarbeit hat in der ersten Phase mit den ganzen Einschränkungen sehr, sehr viele Arbeitsplätze gerettet.“

Die meisten Betriebe, die auf Kurzarbeit zurückgriffen, kamen aus dem Einzelhandel, der Gastronomie, dem verarbeitenden Gewerbe und dem Gesundheitswesen. „Diesmal hat es viele kleinere Betriebe getroffen, die ihre jeweils zahlenmäßig eher überschaubare Mitarbeiterschaft in Kurzarbeit schicken mussten“, erklärt Fern.

So kamen 11.227 der insgesamt 40.928 Kurzarbeitenden der Region aus Kleinstbetrieben, die maximal 19 Personen beschäftigen. 10.139 Kurzarbeitende aus Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten, 10.266 Personen aus Betrieben mit 100 bis 499 Beschäftigten. Großbetriebe ließen „nur“ 5.351 Männer und Frauen kurzarbeiten.

Unter den über 40.000 Kurzarbeitenden mussten 96 einen vollständigen Arbeitsausfall hinnehmen. Für den größten Teil der Kurzarbeitenden – 15.460 Personen – lag der Arbeitsausfall zwischen 25 und 50 Prozent.
 
Wie wirkt sich der zweite Lockdown aus?
 
Nach der ersten Infektionswelle konnte sich der Arbeitsmarkt wieder etwas erholen, doch nun drohen mit dem zweiten Lockdown erneute Rückschläge. „Wir gehen davon aus, dass die Kurzarbeit – gerade in der Gastronomie, Hotel- und Veranstaltungsbranche – wieder spürbar zunimmt. Für die betroffenen Unternehmen, die sich ja auch gerade erst langsam von den ersten Schließungen erholen konnten, wird die Zeit schwierig“, meint die Chefin der Osnabrücker Arbeitsagentur.

„Es wäre daher eminent wichtig, dass die derzeitigen Beschränkungen möglichst bald wieder aufgehoben werden könnten. Deswegen sind wir alle aufgefordert, die Maßnahmen der Bundesregierung zu befolgen, um diesen Zeitraum zu minimieren“, appelliert Christiane Fern an die Bevölkerung in der Region.
 

PM+

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