„Nachmittags um acht ein viertel Uhr“ brachte Anna Maria Remark am 22. Juni 1898 in der Provinzial-Entbindungs-Anstalt in Osnabrück einen Sohn zur Welt. Acht Tage später machte sich der Vater Peter Franz auf den Weg zum Standesamt, um die Geburt von Erich Paul anzuzeigen.

 
Der Geburtsregistereintrag mit der Nummer 777 wurde vom Niedersächsischen Landesarchiv digitalisiert und befindet sich am Standort Osnabrück. Aus ihm geht hervor, dass der Buchbinder Peter Franz Remark und seine Ehefrau Anna Maria, geborene Stallknecht, zum Zeitpunkt der Geburt in der Jahnstraße 15 wohnten.

Warum wurde Remarques Hochzeit in Deutschland beurkundet – sein Tod aber nicht?

Ansonsten finden sich auf dem Dokument zwei Randbemerkungen. Die eine bezieht sich auf die Heirat mit seiner zweiten Frau Ilse Jutta Zambona, die beim Standesamt Berlin I unter der Nummer 1/1938 beurkundet wurde. Zwar hatte der Schriftsteller Nazi-Deutschland längst verlassen. Die Behörde führte aber auch über Auslands-Deutsche Buch.
 

Geburtsregistereintrag von Erich Paul Remark

Diese Situation änderte sich allerdings noch im selben Jahr. Nachdem das Ehepaar aus dem Deutschen Reich ausgebürgert wurde, war das Standesamt Berlin I nicht mehr zuständig. Der Tod des Schriftstellers vor 50 Jahren am 25. September 1970 wurde unter der Nummer 98/1970 beim Standesamt Muralto in der Schweiz beurkundet.

Von Erich Paul Remark zu Erich Maria Remarque

In den 1920er Jahren wandelte Remarque seinen Geburts- schrittweise in den weltberühmten Künstlernamen um. „Remarque“ sollte an seine französischen Vorfahren erinnern, „Maria“ war eine Verbeugung vor dem verehrten Dichter Rainer Maria Rilke und der Mutter Anna Maria. Der Schriftsteller publizierte in den 1920ern aber auch unter anderen Pseudonymen und trat z.B. als Carl Maria Remarque oder Ernst Winter in Erscheinung.

Redaktion

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