Im IHK-Bezirk Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sind die Industrie-Umsätze im ersten Halbjahr 2020 um 11,5 %* aufrund 12 Milliarden Euro zurückgegangen. Legen die Unternehmen deshalb die Investitionen in Forschung und Entwicklung auf Eis?

 
Offenbar nicht, wenn man einer Umfrage der IHK Niedersachsen zu den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) glauben darf, an der landesweit rund 200 Industrie- und industrienahe Unternehmen teilnahmen.

Die Auswertung für die Region Osnabrück, Emsland, Grafschaft Bentheim zeigt, dass Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in zwei Dritteln der Unternehmen unverändert blieben (Niedersachen: 53%) und jedes vierte sogar mehr investierte. Umgekehrt berichteten landesweit 19 % der Unternehmen von einem FuE-Rückgang, in der hiesigen Region aber nur 8 %.

Besser noch: Etwa 40 % der Unternehmen wollen ihre FuE-Aktivitäten im kommenden Jahr sogar erhöhen (Niedersachsen: 42 %).

„Unsere Unternehmen investieren auch in der Krise weiterhin in Forschung und Entwicklung und sind damit wesentlicher Impulsgeber für Innovationen“, meint Anke Schweda, IHK-Geschäftsbereichsleiterin Innovation der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim.

Auf der anderen Seite fühlen sich rund 90 % der Unternehmen durch die staatlichen Rahmenbedingungen in ihrer Innovationsfähigkeit eingeschränkt. Nur knapp 11 % bewerten diese als „gut“.
„Einfallsreichtum und Kreativität reichen nicht, wenn das notwendige Kapital fehlt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um innovative Impulse zu setzen und die richtigen Lehren zu ziehen“, meint Schweda.

Die Unternehmen erwarten von den politischen Akteuren mehr, transparentere und einheitlichere FuE-Förderungen, einfachere Antragstellung und Abwicklung bei Förderprogrammen, schnellere Förderzusagen, Möglichkeiten zum früheren Beginn von Maßnahmen sowie den Abbau bürokratischer Anforderungen bei Genehmigungs- und Zulassungsverfahren.

Die IHK plant nun weitere Analysen und will daraus Handlungsempfehlungen ableiten, die im November 2020 veröffentlicht werden sollen.

PM+

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