Sie werden bis zu 3,5 Meter lang, etwa 2 Tonnen schwer und zählen neben Elefanten und Flusspferden zu den größten Landsäugetieren der Welt: Nashörner.

Im Zoo Osnabrück leben die Dickhäuter in der afrikanischen Tierwelt „Mapungubwe“. Hier können Besucher sie dank Höhenpfaden, die über das Gehege führen, besonders gut beobachten.

 

Waffe oder siebter Sinn?

Nashörner tragen zwei große Hörner zwischen Maul und Stirn. Diese bestehen aus Keratin, so wie auch menschliche Haare und Fingernägel. Weil hier keine Nerven sitzen, spüren die Dickhäuter auch nichts in ihrem Horn und nutzen sie vor allem zur Verteidigung oder im Dominanzkampf. Nashörner sind extrem kurzsichtig, Gehör und Geruchssinn funktionieren aber exzellent. Bei guter Witterung können sie etwa 700 Meter weit riechen und ihre trichterförmigen Ohren sind ständig in Bewegung, um Geräusche zu orten.

Wer wird dem Nashorn zum Verhängnis?

Nashörner haben kaum natürliche Feinde. Lediglich junge oder alte und kranke Tiere werden von Löwen oder Hyänen gejagt. Dennoch gelten Breitmaulnashörner laut der Weltnaturschutzorganisation IUCN je nach Unterart als potenziell gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Wilderer töten die Dickhäuter wegen ihrer Hörner, die in der traditionellen afrikanischen und asiatischen Medizin sehr begehrt sind. Weltweit gibt es nur noch zwei weibliche Nördliche Breitmaulnashörner. Auch die Südlichen sind potenziell bedroht.

 

Wie lebt es sich mit einem Nashorn als Mitbewohner?

Im Zoo Osnabrück leben drei von ihnen: Miguel, Lia und Amali. Ihre erst 2019 vergrößerte Anlage bewohnen die Dickhäuter aber nicht allein: Sie teilen sich das Gehege mit der zweiköpfigen Chapman-Zebra-Familie und zwei Pinselohrschweinen. Für die Tiere ist diese Vergesellschaftung eine natürliche Art der Beschäftigung. Während viele Besucher denken, dass die massigen Nashörner in der tierischen Wohngemeinschaft das Sagen haben, sieht die Realität anders aus: Die gemächlichen Dickhäuter und auch die Zebras werden von den kleinsten Bewohnern regelmäßig auf Trab gehalten, denn die Pinselohrschweine Hanni und Nanni geben hier den Ton an. Besucher können das tierische Treiben wunderbar von einem neuen Höhenpfad aus beobachten, der ihnen eine gitterlose Aussicht auf die Anlage bietet.

Svenja Vortmann

Svenja Vortmann studierte Journalistik an der Hochschule Bremen. Seit 2017 arbeitet sie im Zoo Osnabrück in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie schreibt zum Beispiel tierische Texte für „Osnabrücker Wissen“, aber auch Pressemitteilungen, Instagram, Facebook und vieles mehr gehören zu ihrem Aufgabengebiet.