Im Winter spürt man es noch nicht so stark, dafür im Sommer umso intensiver: zwischen Asphalt und Betonwänden kann es an warmen Tagen richtig heiß werden. Unsere Städte werden durch Klimawandel, zunehmende Versiegelung, Abwärme aus Wohnraumheizungen, Industrie und Verkehr immer heißer.

Temperaturunterschiede von bis zu 10°C zwischen Innenstädten und freien Landschaften sind keine Seltenheit. Unter der immer stärker zunehmenden Versiegelung in Stadtgebieten leiden besonders unsere Böden. Wichtige Funktionen wie die Wasserdurchlässigkeit und die Bodenfruchtbarkeit gehen dabei verloren. Was sich besonders bemerkbar macht: fehlende Böden und Pflanzen können kein Wasser aufnehmen und verdunsten lassen und uns im Sommer keine Kühlung verschaffen.

Eine tolle Möglichkeit, um Städte abseits von Parks und Grünflachen wieder etwas grüner zu machen, ist die Dachbegrünung. Grüne Dächer sehen nicht nur schön aus, sie machen eine Stadt auch widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel und Extremwettereignissen. Sie halten Regenwasser zurück, kühlen und klimatisieren besser und bieten wichtigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Sie tragen somit zum Artenschutz und zum Erhalt der Biodiversität bei.

Je nach Möglichkeit und gewünschtem Aufwand kann man von Extensivbegrünung (Moose, Gräser, Sukkulenten) bis zu einem intensiv begrünten Dach (Stauden, Gehölze, Rasen) der Fantasie freien Lauf lassen.

Auch in Osnabrück gibt es grüne Dächer. Die Dachbegrünung ist Teil der Umsetzung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung der Stadt. Zur Zeit geht man von ca. 120.000m² begrünter Dächer in Osnabrück aus. Infrarot-Luftbilder sollen in Zukunft eine automatisierte Erfassung der Dächer möglich machen, um noch genauere Daten zu bekommen.

Gründächer sind außerdem Teil des 11. Ziels der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN. Und wer weiß einen zusätzlichen Platz, um seine Hängematte im Sommer aufzuhängen, nicht zu schätzen?

 

 

 


Sie wollen mehr über die 17 Nachhaltigkeitsziele erfahren?

Noch bis zum 4. Januar 2021 ist im Museum am Schölerberg die neue entwicklungspolitische Ausstellung „Mission 2030 – Globale Ziele erleben“ von Plan International zu sehen, die sich mit den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der UN befasst.

 

Anna Ameskamp

Anna Ameskamp wurde 1991 in Vechta geboren und hat in Göttingen Ökosystemmanagement studiert. Anschließend absolvierte sie ihr Masterstudium Boden, Gewässer und Altlasten in Osnabrück. Seit 2019 ist sie als wissenschaftliche Volontärin im Museum am Schölerberg in Osnabrück tätig und zeigt großes Interesse an unterschiedlichsten naturkundlichen Themen.