Vor gut drei Jahrzehnten ging aus einem Catsitter-Club der Katzenschutzbund e.V. hervor. Seither sind bis zu 50 Ehrenamtliche aktiv und kümmern sich um alle Belange der Osnabrücker Samtpfoten — vor allem um die der Streuner.

 
Brennpunkte, an denen die Katzen ihre Lebensmittel aus dem Müll organisiert haben, wurden durch Futterstellen entschärft. Weiterhin dienen die Futterstellen dazu, Streuner einzufangen: Seit 2012 besteht seitens der Stadt eine Kastrations- und Chippflicht. Über 1.000 Katzen wurden bisher auf diesem Wege kastriert. Die Stadt beteiligt sich an den Aktionen mit einem Zuschuss. Nach der Kastration werden die Straßentiger wieder in die Freiheit entlassen.
 
Wo finden Felltiger ein neues Zuhause?
 
Werden die Ehrenamtlichen auf Jungtiere im Alter bis acht Wochen aufmerksam, werden diese in der Auffangstation in Belm-Vehrte oder bei anderen Tierschutzvereinen untergebracht. Dort werden die Fellbündel geimpft und entwurmt, um schließlich vermittelt zu werden. „Ältere Tiere lassen sich innerhalb eines Tierheimbetriebes kaum oder nur sehr schwer sozialisieren und kommen zurück an die Futterstellen“, so Andreas Renner, Vorsitzender des Katzenschutzbundes.
 

Auch kränkliche Katzen — häufig von den Besitzern ausgesetzt — finden in der Auffangstation eine Bleibe. Versorgt werden die Tiere von einer angestellten Halbtagskraft, einer gelernten Tierpflegerin, und den Ehrenamtlichen. Gearbeitet wird in Drei-Stunden-Schichten. Die immensen Kosten der Auffangstation werden weitgehend durch Spenden und Mitgliedsbeiträge aufgefangen.
Ein Partnernetzwerk aus Tierheimen, Tierschutzvereinen, Tierärzten und Futtermärkten leistet wertvolle Unterstützung.
 
Wo kann man Katzen beobachten?
 
Auf samtpfote-online.de ermöglicht eine Live-Webcam rund um die Uhr einen Einblick in das derzeitige Heim der Vierbeiner. Bei einer Adoption fällt eine Schutzgebühr an, die direkt in die Auffangstation investiert wird. Wer keine Katze aufnehmen kann, hat die Möglichkeit durch eine Patenschaft ab 5 Euro pro Monat einen wertvollen Beitrag zu leisten. Das Geld wird für Futter, medizinische Versorgung und die Unterbringung genutzt.

Kontakt zum hiesigen Katzenschutzbund: www.katzenschutzbund.com

Wie viele Katzen leben in deutschen Haushalten?

Die Katze ist Deutschlands Haustier Nr.1. Laut einer Erhebung des Industrieverbands Heimtierbedarf e.V. und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. lebten 2019 insgesamt 14,7 Millionen Samtpfoten in unseren Haushalten. Auf Platz 2 folgten 10,1 Millionen Hunde.

Sina-Christin Wilk

Als freie Journalistin und Texterin ist Sina-Christin Wilk stets auf der Suche nach interessanten Stories und spannenden Einblicken. Ihre zentrale Fragestellung dabei ist immer: Was treibt Menschen an, was bewegt sie? Seit 2016 bereitet sie entsprechend Themen für „Osnabrücker Wissen“ auf. Außerdem schreibt sie u.a. für die "Neue Osnabrücker Zeitung" und "Kultura Extra".